Zitate zu Zahlen
Zitatsammlung
An dieser Stelle finden Sie Aussagen von Persönlichkeiten aus den verschiedensten Fachbereichen und Epochen, die eine qualitative Seite von Zahlen hervorheben. Die Sammlung umfasst vor allem solche Zitate, die keinen esoterischen oder parawissenschaftlichen Bezug haben. Sie zeigt, welche große Bedeutung das Thema Zahl und Logos bei Gelehrten über Jahrtausende bis in die jüngste Vergangenheit hatte - auch wenn dies heutzutage oft nicht mehr bekannt ist.
Für Hinweise auf weitere einschlägige Zitate, die bislang fehlen, ist die Stiftung dankbar. Bitte geben Sie dabei die Quelle an. Die Zitate werden nach Prüfung ergänzt.
A
Aristoteles:
„Wenn aber die Ideen nicht Zahlen sind, so ist es überhaupt gar nicht möglich, daß sie existieren. Denn aus welchen Prinzipien sollen die Ideen hervorgehen? Denn die Zahl geht aus der Eins und der unbestimmten Zweiheit hervor, und diese werden als die Prinzipien (archaí) und die Elemente (stoicheia) der Zahl bezeichnet, man kann ja nun aber die Ideen weder als früher noch als später setzen.“
Augustinus:
„Noch mehr wundere ich mich über die Tatsache, daß die Zahl im Urteil der Menge so gering und die Weisheit so hoch geschätzt wird. Doch handelt es sich selbstverständlich um ein und dieselbe Sache.“ (XI. 30. 123.) sowie „[…] Aber wenn wir wieder nach oben zurückkehren, bemerken wir, daß sie sogar unseren Geist überragen und unveränderlich in der Wahrheit selbst verharren. Und weil nur wenige weise sein können, das Zählen aber auch den Törichten vergönnt ist, bewundern die Menschen die Weisheit und verachten die Zahlen. Je weiter aber die Gelehrten und Wißbegierigen vom irdischen Schmutz entfernt sind, desto mehr schauen sie die Zahl und die Weisheit in der Wahrheit selbst und schätzen beide hoch […]“ (XI. 31. 126). „[…] Denn wenn es uns auch nicht klar sein kann, ob die Zahl in der Weisheit oder aus der Weisheit ist, oder ob die Weisheit ihrerseits aus der Zahl oder in der Zahl ist, oder ob sich zeigen läßt, daß beides Namen derselben Sache sind, so steht doch fest, daß beide wahr sind, und zwar unwandelbar wahr.“
„Denn nicht ohne Grund wird in den heiligen Schriften die Zahl mit der Weisheit verbunden.“
B
Albrecht Beutelspacher (Prof., dt. Mathematiker):
„Vermutlich ist nicht jede Zahl interessant, aber viele haben einen ausgeprägten Charakter, und unter den kleinen Zahlen sind es besonders viele.“
„Zahlen haben, so können wir das bisher Gesagte zusammenfassen, insgesamt eine große Bedeutung. Sie sind ein Schlüssel zur Welt.“
C
D
György Doczi (US-amerikanischer Architekt, Autor und Graphiker):
„Warum haben Apfelblüten immer fünf Blätter? Nur Kinder stellen diese Frage. Erwachsene interessieren sich nicht für solche Dinge, sie halten sie für selbstverständlich.“
Friedrich Dürrenmatt (Schweizer Schriftsteller, Dramatiker und Maler):
„Die Schönheit der Zahlen liegt in ihrer Klarheit und Präzision“
E
Albert Einstein:
„Nicht alles, was zählt, kann gezählt werden, und nicht alles, was gezählt werden kann, zählt“
F
G
Galileo Galilei:
„Die Mathematik ist die Sprache, mit der Gott das Universum geschrieben hat.“
H
Harald Haarmann (Prof., Sprachwissenschaftler):
„Zahlen scheinen die Fantasie der Menschen schon seit Urzeiten in besonderem Maße zu bewegen, ja gerade herauszufordern. Anders kann man sich nicht erklären, warum in jeder Kultur Zahlen mit Wertungen assoziiert werden, die mit dem Zahlwert als solchem wenig oder gar nichts zu tun haben.“
„Wir modernen Europäer neigen dazu, viele der magisch-mythischen Wertungen von Zahlen als Aberglauben abzutun, und wir bemühen uns, das praktische Zählen und die Zahlenwelt der Mathematik von solchen Vorstellungen freizuhalten. In früheren Zeiten galten solche rationalen Trennungen allerdings nicht.“
„Zahlen haben in allen Kulturen auch symbolische und „geheime“ Bedeutungen.“
„Da der Umgang mit Zahlen abstraktes Denken voraussetzt, ist diese symbolische Tätigkeit demnach älter als das Kulturschaffen des modernen Menschen, des Homo sapiens sapiens. Der Mensch hat seine Fähigkeit zu symbolischer Tätigkeit schon früh dafür mobilisiert, Zahlbegriffe zu notieren. Lange vor der Verwendung der Schrift […].“
I
J
Sir James Jeans (Sir, Prof., engl. Physiker, Astronom und Mathematiker):
„Und die Erkenntnis, die wir in einem wahren Sturzbach überraschenden neuen Wissens finden, ist, daß der Weg, der sie deutlicher, voller und natürlicher erklärt als jeder andere, der mathematische Weg ist, die Erklärung in mathematischen Begriffen. In einem etwas anderen Sinne, als es Galilei gemeint hat, ist es richtig, daß ‚das große Buch der Natur in mathematischer Sprache geschrieben ist‘“.
Jasper Johns (amerik. Maler):
„Numbers are things the mind already knows.“
Carl Gustav Jung:
„Zahlen sind mehr, als man gewöhnlich weiß, wenn man sie für einen praktischen Zweck verwendet.“
Marie Louise von Franz zu C. G. Jung (Schweizer Altphilologin, Mitarbeiterin von Carl Gustav Jung):
„Nach Vollendung seiner Arbeit über das Synchronizitätsprinzip in ‚Naturerklärung und Psyche‘ äußerte C. G. Jung die Vermutung, die er auch in der erwähnten Arbeit selbst kurz andeutet, daß wir wahrscheinlich von hier aus durch die Untersuchung der Archetypen der natürlichen Zahlen weiter in das Gebiet der Einheitswirklichkeit von Psyche und Materie vordringen könnten. Er begann sogar, sich auf einem Zettel einige mathematische Eigenschaften der ersten fünf Zahlen der Zahlenreihe zu notieren. Doch zwei Jahre vor seinem Tod übergab er mir diesen einmal mit den Worten: ‚Ich bin zu alt, um das noch zu schreiben, so übergebe ich es Ihnen.‘ Ich wußte lange nicht, ob ich diese Aufgabe wirklich übernehmen sollte oder das Thema im Kopf behalten, um es einmal einem Berufeneren aufzutragen.“
K
Edgar Kaucher (Prof., Mathematiker):
„Die Tatsache, daß das „Prinzip Zahl“ oft von Parawissenschaften mißbraucht wird oder auch anderweitig mögliche Berührungsängste sollten nicht dazu führen, solche wichtigen und drängenden Fragen zum Wesen der Zahlen zu vermeiden.“
Leopold Kronecker (dt. Mathematiker):
„Der liebe Gott schuf die ganzen Zahlen. Alles Weitere ist Menschenwerk.“
L
Le Corbusier:
„Hinter der Mauer spielen die Götter. Sie spielen mit Zahlen, aus denen das Universum gebildet ist.“
Gottfried Wilhelm Leibniz:
„Musik ist die verborgene Arithmetik der Seele, die nicht weiß, dass sie zählt.“
„Alle Kunst beruht auf Ordnung, Maß und Zahl.“
M
N
Jacob Needleman (Prof., amerik. Philosoph, Autor und Religionswissenschaftler):
„Ich glaube, daß das Leben – jedes Lebewesen – ein Gedanke in der Zeit ist. Wenn das stimmt, muß es eine Mathematik geben, die das Leben ausdrückt. Nur weil die metaphysische Sprache der Zahlen schon von so vielen Okkultisten und selbsternannten Kabbalisten mißbraucht wurde, heißt das nicht, daß es keine Möglichkeit gibt, die präzisen und maßvollen Gesetze der bewußten Realität zum Ausdruck zu bringen. Auf jeden Fall ist es notwendig, daß wir an der Anschauung festhalten, die im Altertum vorgeherrscht hat und die Lebewesen als natürliche Symbole begriffen hat: Man könnte sie vielleicht als Gesetze der objektiven Analogie bezeichnen, mit denen ich, indem ich die Natur studiere, die verborgene Struktur meines eigenen Bewußtseins studiere.“
Novalis:
„In der Natur ist eine wunderbare Mystik der Zahlen am Werk ist, und ebenso auch in der Geschichte.“
O
P
Roger Penrose (Sir, Prof., engl. Mathematiker und Physiker, Nobelpreisträger):
„Die natürlichen Zahlen waren da, bevor Menschen oder auch irgendwelche anderen Geschöpfe hier auf der Erde waren, und sie werden auch noch da sein, wenn alles Leben erloschen ist.“
Platon:
„Zahlen sind der Stoff, aus dem die Wirklichkeit gewebt ist.“
„Die erste und wichtigste Wissenschaft ist die der Zahl als solcher, wobei das gewöhnliche Rechnen ausgeschlossen ist.“
„Nun muss aber doch irgendeine Wissenschaft zu finden sein [D] durch deren Besitz jemand wirklich und nicht bloß nach der Meinung der Leute weise wird. Lasst und also zusehen. Wir machen uns da freilich an eine schwer zu untersuchende Sache, wenn wir so außer den erwähnten Wissenschaften noch eine andere aufzufinden suchen, welche wirklich und mit vollem Recht Weisheit zu heißen verdient […] Diese zu finden wird nun nicht so gar schwierig sein. Denn wenn man die eine Wissenschaft gegen die andere hält, so wird diejenige, welche dem ganzen Menschengeschlecht den Begriff der Zahl verliehen hat, es sein, welche so großes leistet, und ich glaube, dass uns eher ein Gott selber als irgend ein Zufall diese Wissenschaft zu unserer Erhaltung verliehen hat, […] Dass dieser Gott uns alle übrigen Güter verliehen habe, das werden wohl alle zugeben, dass er aber uns in Wahrheit auch die Wissenschaft der Zahlen beschert habe und sie auch hinfort einem jeden bescheren werde, welcher aufmerksam seiner Leitung folgt, das behaupten wir wenigstens. […] Aller Erkenntnis muss daher notwendig die der Zahl zu Grunde gelegt werden. Diese Notwendigkeit vollständig darzutun, dazu würde es freilich einer noch viel ausführlicheren Auseinandersetzung bedürfen, aber auch die jetzt gegebene wird bereits hinlänglich gezeigt haben, dass alle anderen Künste, [E] die wir jetzt eben durchgingen und bei Seite schoben, in keiner Hinsicht bestehen könnten, sondern alle gänzlich zu Grunde gehen müssten, sobald jemand uns der Wissenschaft der Zahlen beraubte. Allerdings möchten es sich indessen vielleicht manche Leute vorstellen, dass man der Zahl doch nur wenig bedürfe, wenn man bloß diese Künste ins Auge fasse. Doch wäre auch dieses Wenige schon wichtig genug. Wenn man aber seinen Blick auf alles, was göttlichen und was menschlichen Ursprungs ist, richtet und so auch die Natur der Götterverehrung und das eigentliche Wesen der Zahl selbst zu erkennen sucht, dann möchte [978 St. 2 A] keiner Wahrsager genug sein, um die Kraft und Wirkung der Zahl in ihrem ganzen Umfang zu begreifen. So viel aber ist wohl jedem offenbar, dass im ganzen Bereiche der musischen Kunst alle Töne und Bewegungen unter ihrem Gesetze stehen, und, was das Wichtigste ist, aus ihr entspringt alles Gute. […] Davon muss ein jeder überzeugt sein, welcher ein seliges Ende finden will, das Gerechte, das Gute, das Schöne und alles was dahin gehört, wird also keiner ohne Kenntnis der Zahl sich richtig vorstellen und zergliedern und so bestimmen können, dass er sich selbst und andere überzeugte.“
„Worin liegt denn jene Vortrefflichkeit? fragte er. Darin gerade, was wir eben erwähnten, dass sie nämlich ganz besonders die Seele nach oben leitet, sie nötigt sich mit den Zahlen selbst zu beschäftigen und es durchaus nicht gestattet, wenn jemand sichtbare oder greifbare Zahlen in sie hineinbringen und damit rechnen wollte. Denn du weißt ja, dass die Meister in dieser Kunst einen auslachen und fort weisen, wenn einer die Einheit in Gedanken zerschneiden wollte, und wenn du es in viele Stücke zerschnittest, so würden sie diese vielen Stücke dann wiederum als ebenso viele Einheiten setzen und so es nie geschehen lassen, dass die Einheit einmal nicht als Einheit, sondern als Vielheit von Teilen erschiene.“
Pythagoras:
„Alles ist Zahl.“
Q
R
Srinivasa Ramanujan (indischer Mathematiker):
„Eine Gleichung hat für mich keinen Sinn, wenn sie nicht den Gedanken an Gott ausdrückt.“
S
Annemarie Schimmel (dt. Religionswissenschaftlerin):
„Trotz der Beschränkungen auf mehr oder minder bekanntes Gebiet ist die Zahlensymbolik höchst mannigfaltig, zeigt aber durch die Kulturen eine erstaunliche Ähnlichkeit.“
Michael Stelzner (dt. Philosoph):
„Was wirklich zählt, sind Zahlen.“
T
U
V
W
Jürgen Werlitz (Prof., dt. Theologe):
„Zumindest mir geht es so, dass ich die Zahlen in der Bibel nicht mehr loslassen will, weil sie mich faszinieren und ich auch weiterhin über die Zahlen und Zahlengeheimnisse nachdenke.“

